2026 war für mich bisher ein ziemlich atemloses Jahr. Das ändert sich gerade. Die großen Brocken des Jahres liegen hinter mir.

Ich bin 40 geworden und habe das gefeiert. Unser Umzug ist größtenteils geschafft. Und meine Weiterbildung ist jetzt schon seit mehr als einem Monat vorbei.

Zwar habe ich immer noch drei Jobs, aber auch da ist Entspannung in Sicht. Bei einem werde ich vermutlich ab April 2027 reduzieren und das Delegieren bei TEILZEIT.TALENTE an unsere Freelancerin und die KI reduziert die wöchentlichen Pflichten.

Das ist schön! Und das will ich mir bewahren. Also wirst du von mir hier jetzt nichts über neue Projekte lesen. (Ich habe neue reizvolle Ideen, aber ich halte mich an mein Umsetzungsmoratorium.)

Das Hier & Jetzt wertzuschätzen ist nämlich mit mehr Freiraum und Luft deutlich leichter. Und darum geht's ja auch im Leben.

Der Juli war für mich der stressigste Monat des Jahres, vor dem Umzug und vor den Sommerferien. In dieser Zeit hat mich ein tolles Geschenk meiner TOPS-Kollegin Rosa Budziat daran erinnert, dass auch angesichts drängender Pflichten der Augenblick zählt.

Gruppendynamisches Prinzip und gute Erinnerung, wo das Leben zu finden ist

Zwei Dinge habe ich vor, um den Augenblick (und mich selbst darin) in Zeiten mit mehr Freiraum zu erforschen:

Ein verlängertes Wochenende ins Schweigekloster gehen

Seit mindestens 10 Jahren habe ich hin und wieder versucht zu meditieren. Meistens mit Apps. Meistens war zu viel los in meinem Kopf. Die Gedankenblitze waren zu interessant, als dass ich sie dauerhaft und wiederholt vorbeiziehen lassen konnte.

Auch vor dem Hintergrund meiner gruppendynamischen Erfahrung (andauernd gibt es Feedback von irgendwem) und generell meines vollen Lebens gewinnt die Vorstellung, einmal auf nichts von außen reagieren zu müssen und auch nicht zu dürfen, an Reiz.

Interessant finde ich, dass viele Gruppendynamiker regelmäßig meditieren. Vielleicht ist das ein Gegengewicht, zu dem Mehr an Gedanken über Situationen und andere Menschen, die ich auch an mir feststelle und die mich gelegentlich nerven.

Dazu passt ein Zitat, wohl von Niklas Luhmann, dass ich vor kurzem gehört habe:

Wer einmal das Paradies der Nicht-Kommunikation verlassen hat, wird nie mehr zurückkehren.

2027 einen Marathon laufen

Seit mehreren Jahren laufe ich am Sonntag in der Früh 10 Kilometer. Mit so einem Start wird der Tag eigentlich meistens gut. Fast egal, was kommt; die biochemischen Einstellungen sind nach einer Stunde Schwitzen und frischer Luft stabil auf Zufriedenheit ausgerichtet.

Und das will ich jetzt noch öfters haben. Deswegen setze ich mir das Ziel, nächstes Jahr den München Marathon zu laufen.

Das geht nicht einfach so. Dafür muss ich trainieren. Und da möchte ich zumindest einige meiner Home Office-Tage dafür nutzen, 10 km vor dem Bildschirmstart zu absolvieren. Ich habe das letzte Woche schon gemacht und es war großartig.

Und vielleicht erlebe ich ja auch mal etwas, was der Schriftsteller Haruki Murakami beschreibt:

Danach gab es keine Notwendigkeit mehr, an irgendetwas zu denken. Besser gesagt, ich musste mich nicht mehr bewusst anstrengen, an nichts zu denken. Ich brauchte mich nur noch dem Fluss zu überlassen und würde wie von selbst das Ziel erreichen. Eine bestimmte Kraft würde mich, wenn ich mich ihr überließ, ganz natürlich vorwärtstragen.

Den Anhänger habe ich übrigens leider beim Umzug verloren. Rosa meinte dazu, dass er wahrscheinlich erst einmal seine Aufgabe erfüllt hat.

Aber auch mit Gelassenheit bevorzuge ich einen aktiven Zugang zum Leben. Deswegen werde ich ihn mir neu anfertigen lassen.

Es geht tatsächlich: Weniger machen